Freitag, 24. Februar 2017

Mobbing - meine Erlebnisse

Hallo Freunde!
Ich habe mich heute für ein sehr emotionales Thema für meinen neuen Blog entschieden: Mobbing.

Warum ich dieses Thema gewählt habe ist leicht erklärt: Vor zwei Tagen habe ich in einer deutschen Fernsehsendung einen Bericht über Schulmobbing gesehen wo auch ein Mädchen im Rollstuhl vorkam die ausgegrenzt wurde. Ihre Geschichte hat mich sehr an meine eigenen sehr schmerzhaften Erfahrungen mit Mobbing erinnert. Darum schreibe ich diesen Blog in dem ich euch meine Erlebnisse und Gedanken mitteilen werde und auch um die Frage meines Freundes ausführlich zu beantworten: "Warum beschäftigt dich das Thema noch wenn es doch schon so lange her ist?"

Bei mir hat alles eigentlich in der Hauptschule angefangen, mit einer Klassenkollegin. Sie und ich haben uns soweit ich mich noch erinnern kann nie richtig gut verstanden. Ich hatte in der Schule eine Schulassistentin die mir vor allem beim mitschreiben geholfen hat, weil ich wegen meiner Beeinträchtigung nicht so schnell schreiben kann. Dieser Umstand ist bei manchen Klassenkammeraden nicht gut angekommen, vor allem das Mädchen die mich gemobbt hat fand das nicht so toll. Sie hat immer den Lehrern erklärt, sie ist immer da um mir zu helfen und in Wahrheit war ich ihr egal. Diese Tatsache hat mir sehr weh getan und find ich bis heute nicht in Ordnung!
In der Hauptschule gab es aber auch einen Jungen aus einer Nachbarklasse der mich für einen kurzen Zeitraum gemobbt hat. Zu allem Unglück war dass die Zeit in der ich in diesen Jungen verliebt war. Über den Umstand dass ich mich verändern wollte nur um ihm zu gefallen, kann ich heute lachen. Natürlich war es damals für mich nicht einfach vor allem nicht, weil ich in ihn verliebt war und ich immer gehofft habe er liebt mich auch. Dieser Junge wollte dass ich mich verändere und dann werde ich erst von ihm geliebt. Er hat sich auch immer wieder über mich lustig gemacht was mir oft das Herz gebrochen hat.
Heute denke ich darüber so: Ich bin Dankbar für zwei Erkenntnisse: die erste ist ich weiß wer meine wahren Freunde sind und wer nicht. Die die es nicht sind können mir egal sein. Die zweite: Man sollte sich für niemanden verändern, wenn dich jemand nicht mag wie du bist hat er dich nicht verdient!
das war der erste teil meiner Mobbingerfahrungen jetzt möchte ich über einen zweiten Teil reden der für mich fast noch mehr bewegt.
Ich habe auf Grund meiner körperlichen Behinderung nach einem zusätzlichem Schuljahr eine Integrative Berufsausbildung zur Bürokauffrau gemacht, im Zuge dessen musste ich zwei mal für 10 Wochen durchgehend in die Berufsschule. In dieser Zeit machte ich die in meinen Augen schlimmste Mobbing Erfahrung.
Es begann damit dass ich wie in der Hauptschule eine Schulassistenz bekam aber auch damit, das ich bei den Lehrern sehr beliebt war. Es gab Lehrer von denen ich "der Liebling" war und dieser Umstand hat vor allem zwei Mädchen aus meiner damaligen Klasse auf den Plan gerufen.
Die beiden haben begonnen sich über mich lustig zu machen, mich wegen meiner christlichen Einstellung und vor allem wegen meinem Rollstuhl auszugrenzen. Ihr Mobbing erreichte ihren Höhepunkt als sie mir eines Tages im Schulspeisesaal etwas zu essen gaben: Es war eine Mischung aus Gemüsesuppe und Spagetti Bolognese. Ich habe zwar davon gegessen, aber super find ich das nicht, da ich kein Mülleimer bin was essen angeht.
Nach dieser Aktion ist zum Glück eine Lehrerin darauf aufmerksam geworden, was dank meiner Schulassistenz passiert ist. Die Lehrerin hat alle Betroffen zusammengeholt und sich alles erzählen lassen. Nach dem alles ausgeredet war, endete es zwar offiziell aber bei mir hat diese Erfahrung tiefe Spuren hinterlassen.

Ich möchte euch am Schluss meine Gedanken noch mitteilen:
Ich schau auf diese Zeit gerade zurück und mir wird bewusst wie weh Mobbing tut auch wenn es schon Jahre zurückliegt. Es verändert dich auch wenn du es vielleicht nicht merkst. Es beeinflusst dich in dem wie du mit Menschen umgehst oder auch in dem was du über dich selbst denkst.
Ich muss sagen ich bin dankbar, für viele verschiedene Menschen die in diesen Zeiten die hinter mir standen von meiner Schulassistenz bis zu meinen Freunden. Sie waren es die mir das Gefühl gaben wertvoll und geliebt zu sein und sie waren es denen ich erzählen konnte was ich denke. Einige Besondere Menschen haben es geschafft mich wieder aufzurichten und mich wieder stark zu machen. Ich denke auch das mein Glaube auch etwas war wo ich Kraft und Mut bekam um gegen meine Mobber aufzustehen.
Freunde ich bitte euch um eine Sache wenn ihr Mobbing erfahren habt BLEIBT NICHT STILLL!
Ich habe von meinen habe aus meinen Erlebnissen gelernt und sie haben mich stark gemacht nachdem ich schwach war laut meinen Mobbern.
Ich möchte euch noch etwas sagen: Vielleicht bin ich nicht so schlau, schön, lustig wie andere, vielleicht kann ich wegen meinem Rollstuhl nicht überall dabei sein, wegen meiner Behinderung nicht so schnell schreiben oder bin nicht so schlank wie andere.. ABER es gibt in meinem Leben genug Menschen die stolz auf mich sind, die mich mögen mit Rollstuhl und es gibt sogar etwas besonderes seit einiger Zeit nämlich einen Mann der mich liebt mit allem was ich bin und für den ich Perfekt bin, dieser Gedanke macht mich noch immer sprachlos und unglaublich dankbar.

Du bist perfekt so wie du bist! Das verspreche ich dir.

Mit diesem Versprechen verabschiede ich mich und hoffe ich habe die Frage vom Anfang ausführlich beantwortet.